Die Reise der Saiten – von Bagdad über Andalusien nach Berlin

Dieses Konzert folgt dem Weg der Saiten von Bagdad über Al-Andalus bis ins heutige Berlin – und fragt leise, was Klang dort vermag, wo Geschichte von Krieg erzählt:

Keine Hierarchie.
Kein Siegerklang.
Nur Resonanz.

Über das Projekt

Wie in einem Schmelztiegel begegneten sich im Mittelalter und der Frührenaissance auf der iberischen Halbinsel viele Kulturen: Arabische trafen auf jüdische und christliche Einflüsse, dazu kamen baskische, westgotische und keltische Traditionen. Und alle brachten ihre Musik mit! Neben den harten und lang andauernden Konflikten rund um die Reconquista ist dies die Geschichte einer gegenseitigen Inspiration; dieses vielfältige musikalische Erbe steht im Zentrum des Konzerts.

Zwei Ensembles vereinen hier die musikalischen Welten und präsentieren ein Repertoire aus jener bewegten Epoche. Es erklingen Werke aus spanischen Manuskripten des Mittelalters und der Frührenaissance sowie historische arabische Lieder aus dem „andalusischen" Repertoire. Der mehrsprachige Titel verweist auf die Abstammung der europäischen Laute von der arabischen Oud und betont kulturelle Verbundenheit, Respekt und Wertschätzung des gemeinsamen künstlerischen Erbes.

Arabische Muwaschschah, Sephardische Romanzen, Al-musiqa al-andalusiyya nach tunesischer Tradition sowie Werke von Safi al-Din al-Urmawi (1216–1294), Diego Pisador (1509–1557), Luys de Narváez (1500–1549) und Juan Vázquez (1500–1560).

Konzerte

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Kommende Konzerte

Vergangene Konzerte

Musiker:innen

AMI Berlin Ensemble

Arabic Music Institute Berlin

Chiraz Ajmi © Privat

Chiraz Ajmi

Arabischer Gesang

Sie stammt ursprünglich aus Tunesien und hat einen multidisziplinären Hintergrund, der Ingenieurwesen, Technologie und Kreativität vereint. Neben ihrem akademischen und beruflichen Weg in Elektrotechnik und Informatik war Musik stets ein wichtiger Teil ihrer Identität. Sie war Mitglied des Tunesischen Nationalen Traditionschors, wo sie auftreten und sich tief mit dem reichen Musikerbe Tunesiens verbinden konnte. Sie ist außerdem Mitglied von AMI Berlin und Women in Harmony Berlin, was ihr aktives Engagement in multikulturellen und künstlerischen Gemeinschaften widerspiegelt.

Nabil Arbaain © Rosalie Adams

Nabil Arbaain

Historische Oud

Künstlerische Leitung From Oud to Lute

Der aus Damaskus stammende Nabil Arbaain ist Oud-Spieler und Komponist mit einer Leidenschaft für die Fusion arabischer Musik mit Jazz, Flamenco und westlicher Klassik. Er hat mit Musiker:innen aus Syrien, der Türkei und ganz Europa zusammengearbeitet und 2020 sein Debüt-Album „From Damascus to Berlin" veröffentlicht – eine musikalische Reflexion über Migration und Heimat. Als Gründer und künstlerischer Leiter des AMI Berlin Ensembles vermittelt er arabische Musik und Musiktheorie in Berlin.

Valentina Bellanova © Klaus Diederich

Valentina Bellanova

Ney · Renaissanceflöten

Valentina Bellanova, geboren in Florenz, studierte Blockflöte und Musikwissenschaft in Italien sowie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, wo sie ihr Solistendiplom erwarb. Sie ist Spezialistin für Ney und modale Musik, die sie u. a. bei Ross Daly, Kudsi Erguner und Ömer Erdogdular studierte. 2024 schloss sie ihren Master in Mittelalterlicher Musik an der Folkwang Universität Essen ab. Als „TransMusikerin" verbindet sie früheuropäische und arabisch-türkische Musikkulturen.

Romeo Natur © Privat

Romeo Natur

Perkussion

Romeo Natur wuchs in einer musikalischen Familie auf und wurde mit sechs Jahren Mitglied seiner ersten Band. Unter Anleitung internationaler Lehrer erlernte er Darbuka, Cajón und Nay — sein Spiel verbindet palästinensische Wurzeln mit Einflüssen aus Kuba, Ägypten, Indien, Marokko und Flamenco, geprägt durch eine mündlich überlieferte Rhythmus-Kultur. Als Mitglied des Ons-Ensembles vertiefte er sich im Tabla-Spiel und ließ sich von der Gnawa-Musik inspirieren. Auftritte und Workshops führten ihn durch Europa, Palästina und Brasilien; 2009 eröffnete er mit seinem Bruder den Weltmusik- und Jazzclub Shangl Hangl in Berlin.

Ensemble Tres Morillas

 

June Telletxea © Ana Prada

June Telletxea

Gesang & Perkussion

June Telletxea, geboren im baskischen Vitoria-Gasteiz, studierte Gesang an der Schola Cantorum Basilensis in Basel und diplomierte 2006 bei Gerd Türk und Dominique Vellard. Sie wirkte mit Dirigenten wie William Christie, Gabriel Garrido und Anthony Rooley sowie zahlreichen europäischen Ensembles. Seit 2007 lebt sie in Berlin, wo sie mit dem Ensemble Cantaderas, ihrem Trio Sprezzatura 22 und dem Ensemble Tres Morillas mittelalterliche, traditionelle und zeitgenössische Musik verbindet. Als Pädagogin ist sie am Musikinstrumentenmuseum Berlin sowie als Stimmbildnerin beim Jugendchor Cantores Minores und dem Chor der Humboldt-Universität zu Berlin tätig.

Julia Kursawe © Ayko Bleisch

Julia Kursawe

Vihuela de Arco

Julia Kursawe ist Barockcellistin, Komponistin und künstlerische Leiterin mit Studium an der Hochschule für Musik Dresden und der Universität der Künste Berlin. Als Spezialistin für historische Aufführungspraxis spielt sie mit der Lautten Compagney Berlin und weiteren renommierten Ensembles. 2016 gründete sie das Ensemble Tres Morillas, das sich der Musik der Iberischen Halbinsel widmet. Im Konzert spielt sie Vihuela de Arco – das mittelalterliche Vorläuferinstrument des Cellos.

Max Hattwich © Lux Studio Productions

Max Hattwich

Historische Oud · Renaissancelaute

Künstlerische Leitung From Oud to Lute

Der 1991 in Berlin geborene Max Hattwich begann als Rock- und Metalgitarrist, bevor er sich der klassischen Gitarre und später der Alten Musik zuwandte. Er studierte in Rostock und Berlin klassische Gitarre sowie Laute und spezialisierte sich auf Barock-, Renaissance- und Mittelaltermusik. Als gefragter Continuospieler arbeitet er mit renommierten Ensembles und Orchestern und ist künstlerischer Leiter des Ensembles Due sopra il Basso. Neben Opernproduktionen, Lehrtätigkeit und Konzerten veröffentlichte er 2024 seine erste Solo-CD auf der Renaissance-Laute.

Oud and Lute Duo

Nabil Arbaain und Max Hattwich – Oud and Lute Duo © Rosalie Adams

„From Oud to Lute" wurde von Nabil Arbaain und Max Hattwich ins Leben gerufen, die seit 2024 gemeinsam als „Oud and Lute Duo" musizieren. Während sich „From Oud to Lute" der historischen Musik aus der Zeit von al-Andalus widmet und auf historischen Instrumenten gespielt wird, versteht sich das „Oud and Lute Duo" als musikalisch grenzenloses Projekt – frei von Grenzen, frei von Genres.